Wenn man darauf aus ist, mal gepflegt den ganzen Abend abzufeiern, ist man bei den Jungs von Fiddler’s Green bekanntlich genau an der richtigen Adresse. Bei ihrem Zwischenstopp in der Würzburger Posthalle am 12.01. soll dies natürlich nicht anders sein. Die Halle, wenn man sich so umsieht, ist schon bevor die erste Band auf der Bühne steht gut gefüllt – zwar nicht Randvoll aber für einen Donnerstag Abend recht ordentlich.

Ab 20 Uhr stehen dann auch punch’n’judy pünktlich auf der Bühne, um das Partyvolk schon mal für die Fiddler’s anzuheizen. Bei nicht wirklich winterlichen Wetterbedingungen vor der Venue ist dies auch kein Problem und spätestens beim zweiten Song ist dann auch ein Großteil der Gäste in Bewegung. Mit sichtlich viel Spielfreude wirbeln die 5 Musiker über die Bühne – erzählen mit eingängigen Melodien keinesfalls langweilige Geschichten. So eingängig, dass man wenigstens nach dem ersten hören den Refrain mitsingen kann. Das Quintett liefert eine wirklich gute Show an diesem Abend, hat sichtlich Spaß vor diesem Publikum und überzeugt natürlich auch musikalisch mit ihrem Crossover-Folk. Ute am Akkordeon, Peter an der Gitarre, Stefan am Bass, Vloh am Schlagzeug sowie Sascha der punch’n’judy Stimme verleiht und an diesem Abend oft in neue Gewänder schlüpft scheint es hier zu gefallen und so animieren sie sich und alle anwesenden zu Höchstleistungen. Nach gut 45 Minuten und einem Song zusammen mit Tobi von Fiddler’s Green an der Violine ist das „Anheizprogramm“ gelaufen und punch’n’judy verabschieden sich.

Nachdem die Bierreserven, im Verlauf der Umbauarbeiten, aufgefüllt sind betritt der „Folkraider“ die Bühne – ein sicheres Zeichen dafür, dass es gleich los geht. So ist es dann auch und das Sextett entert die Bühne. Jetzt ist auch der letzte anwesende Besucher auf Betriebstemperatur. Mit „Wall of Folk“, zudem auch der Titel des aktuellen Albums (bei amazon ), legen die Erlangener gleich richtig los. Die Zeichen stehen eindeutig auf Party an diesem Abend. Recht schnell bildet sich der erste Moshpit und die ganze Posthalle scheint zu beben. Nach mehr als 80 Konzerten im vergangenen Jahr wirken sie keineswegs verbraucht oder spulen ihr Set nach Schema F ab – nein die Jungs sind mit Leib und Seele bei der Sache und das merkt man. Aber auch das Publikum ist an diesem Abend nicht ohne und löst bei den Live-erprobten Fiddler’s doch noch Momente der Verwunderung aus. So trifft man sich in der Mitte der Halle, auf dem Boden, zu trocken-ruder-übungen zum/im sogenannten Folk-Ruder-Achter – was sich im laufe des Abends zum Running Gag entwickeln sollte. Als sich dann auch noch der „Folk-Buddha“ mit nacktem Oberkörper in der Halle sehen lässt, kann sich Albi nicht zurückhalten und muss ins Publikum um dem heiligen Buddha den Bauch zu reiben. Die Setlist, die überwiegend aus den Titeln der aktuellen „Walk of Folk“ Scheibe besteht kann durchaus überzeugen. Natürlich dürfen aber auch Titel wie „Rocky road to Dublin“, „Shut up and dance“ oder aber „Folk’s Not Dead“ an diesem Abend nicht fehlen und werden natürlich abgefeiert – zu recht. Fiddler’s Green gehören ja nicht umsonst zu einer der besten Live-Acts in diesem Land. Sie lassen es sich heute auch nicht nehmen eine Runde direkt durch das Publikum zu ziehen und dabei natürlich zu musizieren – sie sind eben eine Band „zum anfassen“.
Nach gut 2 Stunden guter Laune in konzentrierter musikalischer Form und zwei Zugaben ist dann allerdings (leider) Schluss. Den Feierabend haben sich die Folk-Rocker aber auch redlich verdient. Gut durchgeschwitzt machen sich dann die meisten Gäste auf den Heimweg, einige bleiben noch am Merch-Stand hängen um Autogramme abzugreifen oder ihre CD-Sammlung zu vervollständigen.
Was für ein Abend.