Man hat ja schon viel gesehen – große Hallen, kleine Clubs, große Bühnen usw. aber für diesen Abend haben sich Eric Fish und seine Freunde ein ganz besonderes Plätzchen ausgesucht. Direkt unter der Würzburger Residenz befindet sich ein riesiger Weinkeller, nicht breit – dafür aber lang und hoch, links und rechts mit Weinfässern befüllt, soweit das Auge reicht. Beleuchtet wird der ganze Saal mit Kerzen an den Seiten und einem großen Kronleuchter in der Mitte. An der Bar an der es passenderweise nur Wein, Prosecco, Wasser und Apfelschorle auf der Karte gab konnte man schon einige ungläubige Blicke erhaschen ganz nach dem Motto „Wie, hier gibt ’s kein Bier?“. Der Wein war allerdings auch nicht übel und so freute man sich mit einem Gläschen in der Hand auf den Beginn der Veranstaltung – welche übrigens wohl das erste Konzert hier unten ist.

Den Anfang macht auf dieser Tour, einer von Eric Fishs Bandkollegen von Subway to Sally, der in diesem Jahr auch seine erste Solo-CD „AUTO!“ (bei amazon )
veröffentlicht hat. Niemand geringeres als Bodenski, der für den Großteil der Texte von Subway to Sally verantwortlich ist. Wer hier allerdings die B-Ware an Texten erwartet wird wohl enttäuscht werden. Nachdem sich Bodenski und seine drei Kollegen ein Plätzchen auf der sehr kleinen Bühne gesucht haben, auf der auch schon allerhand Zeug von Eric Fish herum stand, gab es eine lockere Begrüßung und dann ging es auch schon los. Mit Texten und Melodien die ich so jetzt nicht erwartet hätte. Von unterhaltsam, lustig bis nachdenklich war alles vertreten und passte so nicht recht in nur eine Schublade. Aber auch bei den Instrumenten gab es Abwechslung, von Gitarre, Banjo bis Melodika und Akkordeon wurde hier mit allerlei der richtige Ton getroffen. Diese „andere Seite“ des Subway to Sally Rockers gefällt mir ausgesprochen gut – besonders „Mit Kaum 18 Jahren“ und „Lisa Katrina“ konnten überzeugen. Das Album „AUTO!“ ist auf jeden Fall einen Blick wert, wenn nicht sogar den Kauf „auf gut Glück“.

Eric forderte erst einmal die hinteren Reihen, mit den stehenden Gästen, auf die an den Seiten stehenden Bänke doch einfach schräg zu stellen und Platz zu nehmen. Die Veranstalter stellten dann noch ein paar zusätzliche Bänke auf, damit sich auch wirklich jeder setzen konnte. Vermutlich war es Herrn Fish schon beim Auftritt von Bodenski, den er aus der letzten Reihe mit verfolgte, aufgefallen, dass die Akustik im Hofkeller zwar sehr gut ist – die Sicht auf die niedrige Bühne aber nicht. Mehr als die Köpfe der Musiker gab es von hinten nicht zu sehen. Nachdem das Sitz- und Sichtproblem gelöst ist, kann es dann endlich los gehen. Die Setlist ist gut gemischt an diesem Abend, sehr viele Titel der aktuellen CD „Zugabe III“ aber auch Lieder der anderen Alben durften natürlich nicht fehlen – auch das allseits beliebte „Glotze“ oder das sehr persönliche „Einfach weg“ indem Fish den Verlust seiner Oma verarbeitet waren natürlich zu hören. Auf dem aktuellen Album (wie auch auf den anderen Zugabe-Alben) hat sich Eric wieder einen Wunsch erfüllt, mehr oder weniger bekannte irische Folknummern neu zu interpretieren. Die Songs haben sehr viel Charme und spiegeln das irische Lebensgefühl der Originale sehr gut wieder, trotz oder eben weil der Sänger eine so markante Stimme hat. Die eigenen Titel müssen sich aber keinesfalls hinter diesen Coverversionen verstecken – mir gefallen sie mindestens genau so gut wie die Titel der Zugabe III. Aber auch dieser Abend muss wohl ein Ende nehmen und so verabschieden sich Eric Fish und seine Freunde gegen 24Uhr von diesem besonderen Ort.

   
  
 


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