Innerhalb von zwei Wochen die „gleiche“ Show noch einmal zu besuchen ist nicht unbedingt die beste Idee, die man so haben kann. Wenn man hinterher trotzdem zufrieden nach Hause geht war dies allerdings keine Zeitverschwendung und auch gar keine so schlechte Idee. Als sich meine Schwester am Mittwoch bei mir meldete um mir zu berichten, dass Eric Fish & Friends und „dieser“ Bodenski in Erfurt spielen war mein erste Reaktion: „Sagte ich doch schon vor 3 Wochen aber du wolltest ja nicht hin – hab die nun schon in Würzburg gesehen“. Da ich aber ein schlechter Neinsager bin, war das Thema dann doch schnell erledigt und so machen wir uns an diesem Samstag eben doch auf den Weg nach Erfurt. Angekommen, lösen wir an der Abendkasse noch die Tickets und dann geht es auch schon auf die Suche nach einem geeigneten Sitzplatz. Vor der Bühne machen es sich einige Gäste mit Decken auf dem Fußboden bequem. Wir bevorzugen dann doch eher die Stühle dahinter. Kurz vor Beginn ist das HsD gut gefüllt und nur noch vereinzelte Sitzplätze vorhanden, einige Besucher stehen auch schon im hinteren Bereich.

Gegen 20:15 steht zuerst Eric Fish auf der Bühne um alle Anwesenden zu Begrüßen und um Bodenski anzukündigen. Die 5 Musiker und Tillmann der „Bodenski Bär“ beginnen mit ihrem Auftritt und wissen von Anfang an das Publikum zu begeistern. Gespielt werden auch an diesem Abend die Titel von Bodenski’s ersten Solo-Album „Auto!“ (griechisch für „selbst, eigen, persönlich“). Und auch Heute können mich die Lieder fesseln und begeistern. Vor allem hat es mir dieses mal das Cover des Nick Cave/Kylie Minogue-Klassikers „Where the Wild Roses Grow“ / „Wo wilde Rosen blühen“, das Bodenski zusammen mit seiner Frau Jeano singt, angetan. Auch obwohl oder eben genau weil Jaeno mit so viel Gefühl singt, dass ihr zwischenzeitlich die Worte fehlen. Aber genau das ist es ja was man an so einem Abend erleben will – bei einer glattgebügelten CD gibt es das nun mal nicht. Die Titel „Nach Hause“ und „Ab und zu“ kommen beim Publikum auch sehr gut an. Nachdem vermutlich fast alle Titel der CD auch Live gespielt wurden und Bodenski mit „Leb wohl“ zum letzten Lied ansetzt finde ich das ziemlich unpassend – ein „auf wiedersehen“ wäre bei so einem tollen Auftritt angebrachter. Mit der bitte, doch beim abbauen und Kofferschleppen etwas mit zu helfen – machen sich die Musiker auch gleich ans Werk.

Sich als Musiker auf die Bühne zu stellen und zu verkünden, dass man ja eigentlich so gar keine Lust hatte heute Abend zu spielen aber Vertrag nun mal Vertrag sei, machen vermutlich nicht viele Künstler – Eric Fish tut es. Aber jetzt wo er auf der Bühne steht und das gut gefüllte HsD sieht überkommt es ihn doch und so nimmt der Abend seinen Lauf. Ganz im Zeichen der „Zugabe III“ Platte gibt es wieder sehr viele irische Folkstücke auf ’s Gehör. Heute gefallen mir allerdings die eigenen, deutschen Texte/Lieder wesentlich besser. Liegt es am Publikum, an den Fishen oder doch an mir, ich weiß es nicht. Nachdem der erste Block geschafft und erst einmal Pause angesagt ist – ist am Merchandise-Stand viel los. Nach der Pause geht es dann gleich in den zweiten Teil des Konzerts. Echt beeindruckend, dass man so ein Konzert einfach unterbrechen kann und Publikum und Band danach nahtlos dort weiter machen wo sie vor der Pause aufgehört haben. Beim Publikumsgesangs-Teil von „Glotze“ zeigt sich Herr Fish erleichtert, dass „…denn dies ist unser Haus“ und nicht „…denn dies ist das Gewerkschaftshaus“ gesungen wird, lautes Gelächter ist ihm mit diesem Kommentar sicher. Beim Lied „Walk on the Ocean“, dass das Publikum mit Fish-Schunkeln und nicht mit Oktoberfest-Schunkeln unterstützen soll gibt es von Rainer auch noch das passende Schunkelwasser für die Gäste in Form einer guten Flasche Irish Whiskey – leider hat sie es nicht bis zu mir geschafft. Gegen 1Uhr verabschieden sich die Fishe in den wohlverdienten Feierabend und wir machen uns auf den Heimweg.

   
  
 


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